Aufgrund seiner geografischen Lage steht das Wallis bei der Bewältigung der globalen Erwärmung an vorderster Front. Die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen in dieser kontinentalen und alpinen Umgebung wird höchstwahrscheinlich weiter zunehmen. Um die ökologischen und sozialen Folgen abzumildern, müssen Politik, Industrie und Wissenschaft neue, innovative Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Das ist es, was das Herz der EPFL Valais Wallis höher schlagen lässt.
Seit 2012, als die erste Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der EPFL und dem Kanton Wallis unterzeichnet wurde, hat sich der Campus stark weiterentwickelt. Im Jahr 2024 wurde der dritte Zusatzvertrag zur Basisvereinbarung ratifiziert, mit dem die Ansiedlung von sechs neuen Lehrstühlen im Wallis bestätigt wurde (das entspricht einem Forschungsteam, das auf einen sehr speziellen Bereich spezialisiert ist). Bis 2032 dürfte die Gesamtzahl der Lehrstühle im Wallis auf mindestens 22 steigen, was die Präsenz von rund 450 Forschern am Standort zur Folge haben wird. Auf dem Campus soll in Kürze ein neues Gebäude errichtet werden, um dieses Wachstum aufzunehmen. Folgt man dem aktuellen Trend, könnten drei Viertel dieser Talente in der Nähe des Campus angesiedelt und in das lokale Leben integriert werden.
Die Zusammenarbeit mit der Industrie und der Politik ist bereits zahlreich und wird sich kontinuierlich weiterentwickeln, insbesondere im Themenbereich der Dekarbonisierung, einem chemischen Prozess, der für einen Weg zur „Netto-Null“, die der Bund für 2050 versprochen hat, absolut notwendig ist. Das genaue Verständnis von Klimaphänomenen und ihren Auswirkungen, intelligente Netze, innovative Materialien mit geringem Stromverbrauch, hocheffiziente Solarpaneele, die Batterien der Zukunft etc. Dies sind einige konkrete Beispiele für Produkte, die aus der Forschung in Sitten hervorgehen.
Die Entwicklung der EPFL Valais Wallis, die dank der Vision einiger kühner Pioniere möglich wurde, wird von der Direktion der EPFL, aber auch von den Behörden des Wallis und von Sitten stark unterstützt. Diese Synergien, die auch mit den anderen Akteuren des Standorts wie Energypolis SA oder der HES-SO Valais-Wallis bestehen, lassen eine Unzahl von positiven Entwicklungen für eine ganze Region erwarten, mit Innovationen, die weit über unsere Kantonsgrenzen hinaus exportiert werden. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

Léonard Evéquoz
Operativer Direktor
